Probleme der Geldpolitik aus Sicht der Klassiker

In der heutigen Zeit gibt es viele Schwierigkeiten und Probleme, welche die Geldpolitik belasten. Am Beispiel Europas, liegen ein paar der Probleme an den vielen verschiedenen, in der Wirtschaft starken, bzw. schwachen Ländern. Dadurch können europaweite Beschlüsse schwieriger beschlossen werden, da die Stärken und Schwächen jedes Landes beachtet werden müssen.

Jedoch hat auch jedes Land, für sich Probleme, welche nicht einfach auf geldpolitischer Ebene gelöst werden können. Da jede Erhöhung oder Senkung von Zinsen oder Geldmengen das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht entweder verstärken können, oder es in ein Ungleichgewicht stürzen können.


Geldpolitischen Problem anhand des Beispiels der Wirkungsverzögerung

Die Wirkungsverzögerung innerhalb des geldpolitischen Systems lässt sich in mehrere Schritte einteilen. Der erste Schritt ist der Moment das Problem zu erkennen z.B. Italien braucht eine Geldmengenerhöhung und/oder Zinssenkung, um die Wirtschaft im eigenem Land wieder anzukurbeln. Ab diesem Moment startet die Notenbank(EZB) Untersuchungen, um zu überprüfen ob dieser Anspruch Italiens auch gerechtfertigt ist. Wurde eine Einigung erzielt schickt die Notenbank nun die geldpolitischen Maßnahmen an Italien. Dieser Zeitraum der Wirkungsverzögerung wird als Innenverzögerung( Erkennungs- und Aktionsverzögerung) bezeichnet. Im nächsten Schritt entsteht eine Verzögerung seitens der Geschäftsbanken. Die Geschäftsbanken brauchen an sich selbst noch Bearbeitungszeit, um die Maßnahmen, welchen ihnen von der Notenbank aufgetragen werden auszuführen. Dieser Schritt wird als Durchführungsverzögerung seitens der Geschäftsbanken bezeichnet. Da sich nun die Maßnahmen auf die Geldmenge und die Zinsen einwirken, gibt es jedoch noch Verzögerungen auf Seiten der Nichtbanken(Staat, private Haushalte und Unternehmen). Die nun gestellten Veränderungen durch die Geschäftsbanken werden erst verzögert von den Nichtbanken angenommen, da sie nicht sofort darauf reagieren können. Ihre verspätete Reaktion hat zur Folge dessen, das Die nun erhöhten Geldmengen, welche im Umlauf sind, nicht sofort wieder auf dem Geldmarkt auftauchen. Wodurch eine verzögerte Durchsetzung entsteht, welche das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht weiter kippen können.

Dieser weitere und letzte Schritt innerhalb der Wirkungsverzögerung, wird als Außenverzögerung bezeichnet und schließt mit dem Ergebnis ab, das die Wirkung auf die gesamtwirtschaftlichen Ziele des Landes eingetroffen sind.

Insgesamt kann die Wirkungsverzögerung dafür sorgen, dass die geldpolitischen Maßnahmen das schon vorherrschende, gesamtwirtschaftliche Ungleichgewicht verstärken. Innerhalb dieser Verzögerung, kann es passieren, dass sich die Wirtschaftslage innerhalb Italiens durch andere Faktoren verändert haben könnte. Wodurch keine Steigerung der Güternachfrage mehr von Nöten wäre, sondern eine Minderung. Wenn nun die verspäteten Maßnahmen eintreffen, kann es zu einer Inflation kommen, da nun die Geldmenge zu stark erhöht wurde.

Verbildlichung der Wirkungsverzögerung der Geldpolitik


 Probleme der Geldpolitik innerhalb des EU-Raums

Durch die vielen in der Wirtschaft unterschiedlich starken Länder, können EU weite Beschlüsse nur schleppend durchgeführt werden. Eine einheitliche Geldpolitik, kann einigen Ländern innerhalb der EU die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt kosten. Eine einheitliche Geldpolitik kann durch ihr Bestreben einer Preisniveaustabilität unflexibel werden und lässt so, dass Veränderungen nur noch beschränkt möglich sind. Am Beispiel Europas und der EZB, wurden den einzelnen Mitgliedsstaaten die Möglichkeit geraubt, mit Hilfe von eigenen Konjunkturbelebungen, den Wechselkurs und die Zinsen zum eigenem Vorteil zu beeinflussen. Diese Regelungen liegen nun in der Hand der EZB, welche versuchen Regelungen durchzuführen die zum Vorteil aller Mitgliedsstaaten sind und noch versuchen die negativen Einflüsse innerhalb des EU-Raums zu minimieren. Diese Rücksichtspolitik, kann aber auch nach hinten losgehen, da die Wünsche der einzelnen Staaten für das Allgemeinwohl unterdrückt werden. Dies kann dazu führen, dass selbst die wirtschaftlich starken Staaten durch die wirtschaftsschwachen Länder hinuntergezogen werden. Das aktuellste, zu diesem Beispiel ist die Griechenlandkrise. Durch die Selbstverschuldung der Griechen, sind sie nun abhängig von Unterstützungen seitens der Mitgliedsstaaten der EU. Die Fördergelder die von den reicheren bzw. wirtschaftsstärkeren Ländern gestellt werden, können aber auch einen negativen Effekt hervorrufen. Wenn die Unterstützungen zu hoch ausfallen, besteht die Gefahr der Selbstverschuldung der Geberstaaten, da sie auf Dauer auch Verluste verzeichnen würden. Der Grund dabei liegt darin, das der Geldfluss in nur eine Richtung geht und die Geberstaaten entweder durch Kredite erst später oder gar nicht. Die Schulden zurück erstattet bekommen.

Zwar hat es viele Vorteile eine einheitliche Geldpolitik anzustreben, doch gibt es auch viele Nachteile, die z.B. die Interessen der einzelnen Staaten vernachlässigt, um das Wohl aller Mitgliedsstaaten in den Vordergrund zu ziehen. Dies kann zu Problemen führen, die zwar nicht gleich zu erkennen sind, jedoch einen schleichenden Effekt haben, welcher am Ende alle Mitglieder beeinflusst.