Von der Bundesbank zur EZB

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Unabhängigkeit der Bundesbank

Am 1.März 1948 wurde die Bank deutscher Länder gegründet, sie war der Vorläufer der Deutschen Bundesbank.
Die Bank deutscher Länder sollte die Herstellung und Ausgabe der neuen Banknoten übernehmen. Allerdings stand die Bank unter den Anweisungen der Alliierten. Eine Zentralbank die frei von politischen Einflüssen ist und somit die Währung schützen würde, gab es noch nicht.

"Der Zentralbankrat vertritt mit allem Ernst und Nachdruck die Auffassung, dass die Unabhängigkeit des Zentralbanksystems (…) ein geradezu entscheidendes Element der Währungssicherung und der Erhaltung des Vertrauens in die Währung darstellt", heißt es in einem Protokoll der Sitzung des Rats am 4. und 5. April 1950. Weiter heißt es: "Die Richtigkeit dieser Auffassung wird besonders sinnfällig im heutigen Deutschland, dessen Bevölkerung innerhalb eines Menschenalters zweimal einen durch den Staat ausgelösten vollständigen Währungsverfall erleben musste und gegenüber Staatseinflüssen auf die Notenbankleitung deshalb begreiflicherweise besonders misstrauisch ist." Mit den zwei angesprochenen Währungsverfällen ist einmal die Inflation zur Weimarer Republik gemeint und zum anderen, dass die Nationalsozialisten die Reichsbank bewusst für ihre Zwecke genutzt haben. Z.B. um Wahlerfolge zu erzielen, aber oft sind diese Einflussnahmen nicht mit der stabilitätsorientierten Geldpolitik zu vereinbaren. Im Frühjahr 1951 haben die Alliierten angeboten ihr Vorbehaltsrecht gegenüber dem deutschen Banken- Zentralbankensystem aufzuheben. Zu diesem Angebot legte das Finanzministerium einen Gegenentwurf vor.
Dieser Entwurf hätte das deutsche Notenbanksystem nicht in die Unabhängigkeit entlassen, in ihm wurde nämlich nur die Bezeichnung „Alliierte Bankenkommission“ durch „Bundesregierung“ geändert.
Der Zentralbankrat entschied sich gegen den Entwurf des Finanzministeriums, da es befürchtete, dass das zu einem Rückfall in alte Strukturen der Abhängigkeit von politischen Stellen führen könnte. „Die Alliierte Bankenkommission sei ein dem Notenbankwesen verpflichtetes Fachgremium“, argumentierte der Zentralbankrat.
"Die Bundesregierung sei hingegen "notwendigerweise politisch orientiert".

Letztlich einigten sich die Politiker und die Zentralbank darauf, dass sich die Zentralbank verpflichtet, "bei der Erfüllung ihrer Aufgaben die allgemeine Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zu beachten", dieser Passus wurde in das revidierte Gesetz über die Bank deutscher Länder aufgenommen. Die Mitglieder der Bundesregierung durften an Sitzungen des Zentralbankrats teilnehmen und auch Anträge stellen, aber sie hatten kein Stimmrecht, dadurch war die Bank deutscher Länder unabhängig von den Anweisungen der Alliierten und der Bundesregierung. Das im Jahr 1949 verabschiedete Grundgesetz sah in Artikel 88 die spätere Errichtung einer Währungs- und Notenbank vor. Das Gesetz über die Bundesbank wurde am 26. Juli 1957 unterschrieben und am 1. August 1957 trat es schließlich in Kraft. Die Bundesbank ist bei der Ausübung ihrer Befugnisse unabhängig von den Weisungen der Bundesregierung. Als eine unabhängige Zentralbank hielt sie den Wert der Deutschen Mark über Jahrzehnte stabil, was nur gelang, weil ihr vorrangiges Ziel die Preisstabilität der Währung war.

In anderen Europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Großbritannien wurde die Zentralbank erst im Laufe der 1980er und 1990er Jahren unabhängig.

Als Vorbild zur Ausgestaltung der Europäischen Zentralbank galt die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank. Heute ist die Notenbankunabhängigkeit in der Europäischen Union vertragliche Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der europäischen Währungsunion. Eine vertragliche Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der europäischen Währungsunion ist die Notenbankunabhängigkeit in der Europäischen Union.

Die Geldpolitik der EZB

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Die Geldpolitik der EZB

„Unter Geldpolitik sind alle Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verstehen, die darauf gerichtet sind, insbesondere das Ziel der Preisniveaustabilität zu erreichen.

Das Preisniveau bildet sich aus den Preisen einzelner Güter und ist abhängig von Angebot und Nachfrage auf dem gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt. Preise haben eine Signal- und Lenkungsfunktion, wenn demnach ein Gut knapp wird, steigt der Preis und sendet somit ein Signal. Damit sich der Preis frei entwickeln kann, legt das Eurosystem keinen festen Preis fest, sondern lenkt ihn in eine Richtung. Der Idealfall wäre eine Inflationsrate von ca. 2%, um diese zu erreichen, kann man mithilfe von sogenannten „Leitzinsen“ das Angebot und die Nachfrage beeinflussen.
britJe niedriger der Zinssatz den die EZB festlegt, desto größer wird die Nachfrage nach Geld und das Preisniveau steigt. In diesem Fall auch expansive Geldpolitik genannt, wird versucht die Deflation niedrig zu halten. Die restriktive Geldpolitik versucht die Inflation niedrig zu halten, indem durch einen höheren Leitzins versucht wird einen Anreiz zum Sparen zu schaffen. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Geld und die Preisentwicklung wird gedämpft.
Nun haben die Zinsen auch eine wichtige Signal- und Lenkungsfunktion, deshalb ändert das Eurosystem lediglich die kurzfristigen Haben- und Sollzinssätze für Zentralbankgeld.
Dieser Vorgang wirkt sich auf die Marktzinsen aus und somit auch auf das Preisniveau. Damit dieser Prozess funktioniert, ist es von Wichtigkeit wie Unternehmen, private Haushalte und der Staat auf eine Änderung der Zentralbank reagieren.

Teste dein Wissen in einem Spiel der EZB aus. 

Zwei - Säulen - Strategie des Eurosystems

Die EZB verfolgt, um eine Preisniveaustabilität zu erreichen, eine geldpolitische Strategie die Zwei-Säulen-Strategie. Sie besteht aus zwei Säulen, welche die Risiken einer Preisänderung frühzeitig erkennen sollen. Da wäre einmal die erste Säule auch „wirtschaftliche Analyse“ genannt.
In dieser Analyse werden die kurz- und mittelfristigen Risiken der Preisentwicklung ermittelt. Zu diesen mittelfristigen Risiken gehören Güter-, Dienstleistungs- und Faktormärkte, die zu Nachfragedruck führen können, welcher zu einer Preiserhöhung führt.
Die zweite Säule ist die „monetäre Analyse“. Sie soll mittel- bis langfristige Risiken erkennen. Bei dieser Analyse stehen die Geldmenge und Kredite im Mittelpunkt, da diese Aspekte auf langfristiger Basis eine Inflation andeuten können.

 

EZB, ESZB, NZB, Eurosystem und deren Bedeutung 

EZB steht für die Europäische Zentralbank. Diese Bank setzt sich aus allen nationalen Zentralbanken (NZB), die den Euro vertreten, zusammen und bilden somit das Europäische System der Zentralbanken (ESZB).
Da es keine gewöhnliche Bank ist, sondern die Geldpolitik eines Landes leiten muss, verfolgt die EZB zwei wichtige Ziele. Das Hauptziel ist die Stabilität des Preises zu halten (Preisniveaustabilität). Des weiteren versucht die EZB eine ausgeglichene konjunkturelle Entwicklung eines Landes zu verfolgen.
Um diese Ziele zu erreichen, nimmt die EZB Anteil an einer Volkswirtschaft.